Banderolen und Siegel des iberischen Schinkens
Auf der Etikettierung eines iberischen Schinkens gibt es drei verschiedene Elemente, die Menschen oft verwechseln: das Siegel (precinto), die Banderole (vitola) und das kommerzielle Etikett. Jedes sagt etwas Verschiedenes aus und alle sind wichtig. Dieser Leitfaden lehrt Sie, sie in fünf Minuten zu lesen, und hilft Ihnen, Betrug beim Kauf zu vermeiden.
Das Siegel: die offizielle Garantie
Das Siegel ist ein manipulationssicheres Kunststoffband, das an der Schweinekeule im Schlachthof direkt nach der Schlachtung angebracht wird. Es wird von der Interprofessionellen Vereinigung des iberischen Schweins (ASICI) nach den Kriterien des Königlichen Dekrets 4/2014 angebracht.
Das Siegel hat vier Funktionen:
- Es identifiziert die Schinkenkategorie durch eine Pflichtfarbe.
- Es trägt eine eindeutige Nummer, die die Rückverfolgbarkeit jedes einzelnen Stückes ermöglicht.
- Es kann nicht manipuliert werden: wenn es bricht, verliert der Schinken seine Kategorie.
- Es begleitet das Stück sein gesamtes kommerzielles Leben lang.
Wenn ein Schinken kein Siegel trägt, ist er kein legaler Ibérico.
Die vier Farben
Seit 2014 legt die Qualitätsnorm für iberisches Schwein genau vier Farben fest. Nicht mehr, nicht weniger.
Schwarzes Siegel · Iberischer Schinken 100 % Bellota
Das ist das höchste Niveau:
- Mutter und Vater sind 100 % reinrassig iberisch, im Zuchtbuch eingetragen.
- Das Schwein ernährte sich ausschließlich von Bellotas, Gras und natürlichen Ressourcen der Dehesa während der Montanera, ohne Ergänzungsfutter.
- Es genoss mindestens 1 Hektar pro Tier in Freiheit.
- Es wurde zwischen dem 15. Dezember und dem 31. März nach der Montanera geschlachtet.
Nur Produkte mit schwarzem Siegel dürfen legal die Bezeichnung „pata negra“ auf ihrem Etikett tragen. Jede andere Verwendung ist illegal.
Rotes Siegel · Iberischer Schinken Bellota (75 % oder 50 %)
Gleiche Ernährungsregeln wie beim schwarzen. Die einzige Unterschied liegt in der Genetik des Vaters:
- 75 % iberisch: 100 % iberische Mutter, 50 % iberischer Vater.
- 50 % iberisch: 100 % iberische Mutter, zugelassener Duroc-Vater.
Das Etikett muss den Prozentsatz (75 % oder 50 %) klar angeben. Die Wörter „dehesa“ und „montanera“ sind auf diesen roten Siegeln erlaubt, da die Ernährung tatsächlich auf Bellotas basiert.
Grünes Siegel · Iberischer Schinken Cebo de campo
Schweine in Freiheit oder Halbfreiheit auf extensiven oder Freiluft-Intensivbetrieben, mit natürlichen Futtermitteln aus Getreide und Hülsenfrüchten, mit Möglichkeit, Weideland und Feldressourcen zu nutzen. Sie sind nicht in einer exklusiven Montanera.
Die Wörter „dehesa“ und „montanera“ sind verboten auf jedem Produkt mit grünem Siegel.
Weißes Siegel · Iberischer Schinken Cebo
Schweine in intensiven Systemen gemäß der Qualitätsnorm. Das zugänglichste iberische Niveau — ehrlich und legal, aber mit klarer Etikettierung: Wörter wie „dehesa“, „pata negra“, „bellota“ oder „montanera“ dürfen nicht damit verbunden werden.
Gesetzlich geschützte Begriffe
| Begriff | Erlaubte Verwendung | Verbotene Verwendung |
|---|---|---|
| Pata negra | Nur auf 100 % iberischem Bellota (schwarzes Siegel) | In jeder anderen Kategorie |
| Dehesa | Nur auf Bellota-Produkten (schwarz oder rot) | Auf Cebo de campo und Cebo |
| Montanera | Nur auf Bellota-Produkten (schwarz oder rot) | Auf Cebo de campo und Cebo |
| Recebo | Seit 2014 in allen Kategorien verboten | Auf jedem Produkt |
| Guijuelo | Nur auf Produkten, die von der g.U. Guijuelo zertifiziert sind | Auf nicht abgedeckten Produkten |
Die Banderole: das Herkunftsbezeichnungsband
Im Gegensatz zum Siegel (für alle legalen Ibérico-Schinken gesetzlich vorgeschrieben) ist die Banderole (vitola) optional und erscheint nur auf Schinken, die von einer geschützten Ursprungsbezeichnung abgedeckt sind.
Eine Banderole ist ein Pappe- oder Kunststoffband, das das Eisbein des Schinkens umschließt, mit dem Logo der entsprechenden g.U. und einer Qualifikationsnummer. In Spanien gibt es vier iberische Schinken-g.U.:
- g.U. Guijuelo (Salamanca und Umgebung) · die erste g.U., gegründet 1986.
- g.U. Jabugo (Huelva).
- g.U. Dehesa de Extremadura (Cáceres und Badajoz).
- g.U. Los Pedroches (Córdoba).
Der Begriff „Guijuelo“ auf einem nicht zertifizierten Schinken ist illegal, auch wenn er physisch aus Salamanca stammt.
Wie man Betrug beim Kauf vermeidet
Fünf schnelle Überprüfungen:
- Trägt er ein manipulationssicheres Farbsiegel, das der Kategorie auf dem Etikett entspricht?
- Verwendet das Etikett die richtigen Begriffe? „Pata negra“ nur wenn 100 % Bellota, „dehesa“ nur wenn Bellota.
- Ist das Gesundheitsregister konsistent mit dem deklarierten Ursprung?
- Trägt er eine g.U.-Banderole, wenn er behauptet, aus Guijuelo, Jabugo, Dehesa de Extremadura oder Los Pedroches zu stammen?
- Geben sie Ihnen die Rückverfolgbarkeit, wenn Sie danach fragen?
Eine Anmerkung zu unseren Siegeln
Unsere 100 % iberischen Pata-negra-Bellota-Schinken tragen ein schwarzes ASICI-Siegel + eine schwarze g.U.-Guijuelo-Banderole. Die 75 % und 50 % Bellota-Schinken, ein rotes Siegel + eine g.U.-Banderole. Die Cebo-de-campo-Schinken, ein grünes Siegel; die Cebo, ein weißes Siegel.
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